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Artikel: Vom Baum zum Möbelstück – Holzeinkauf aus dem Allschwiler Wald

Frühlingswald

Vom Baum zum Möbelstück – Holzeinkauf aus dem Allschwiler Wald

In unserer Schreinerei in Münchenstein bei Basel entstehen Möbel aus massivem Holz – ehrlich, langlebig und mit Charakter. Doch ein hochwertiges Möbelstück beginnt nicht in der Werkstatt, sondern im Wald. Im vergangenen Jahr sind wir deshalb einen besonderen Weg gegangen: Wir haben unser Holz direkt im regionalen Wald eingekauft – im Allschwiler Wald.

Regionalität, die man sehen und fühlen kann

Der direkte Holzeinkauf bedeutet für uns Transparenz und Verantwortung. Wir wissen genau, woher unser Material stammt, unter welchen Bedingungen es gewachsen ist und wie es geschlagen wurde. Kurze Transportwege schonen Ressourcen und stärken die regionale Wertschöpfung.

Holz aus unserer unmittelbaren Umgebung trägt die Geschichte seiner Landschaft in sich – gewachsen im Klima der Region, geprägt von Boden, Wetter und Zeit. Diese Natürlichkeit bleibt im fertigen Möbelstück sichtbar und spürbar.


Sorgfältige Auswahl direkt im Wald

Gemeinsam mit dem zuständigen Forstwart haben wir die geeigneten Stämme im Wald ausgewählt. Dabei achten wir auf Qualität, Wuchsbild, Struktur und spätere Verwendbarkeit. Nicht jeder Baum eignet sich für den Möbelbau – Massivholzmöbel stellen hohe Anforderungen an Stabilität und Beschaffenheit.

Der persönliche Austausch mit dem Forstbetrieb war uns besonders wichtig. So entsteht eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe – vom Wald bis in die Werkstatt.

Geduld als Qualitätsfaktor: Die Trocknung

Aktuell lagert das Holz bei uns zur natürlichen Trocknung. Dieser Prozess ist entscheidend für die spätere Qualität. Frisch geschlagenes Holz besitzt eine hohe Feuchtigkeit. Wird es zu früh verarbeitet, kann es sich verziehen oder Risse bilden.

Durch die fachgerechte Lagerung und ausreichend Zeit zum Trocknen schaffen wir die Grundlage für formstabile, langlebige Möbelstücke. Je nach Holzart und Stärke kann dieser Prozess viele Monate dauern. Diese Geduld investieren wir bewusst – für Möbel, die Generationen überdauern können.

Vom regionalen Rohstoff zum individuellen Möbel

Sobald das Holz die ideale Restfeuchte erreicht hat, beginnt die handwerkliche Verarbeitung in unserer Schreinerei in Münchenstein. Aus regional gewachsenem Massivholz entstehen dann Tische, Sideboards oder Einbaumöbel – individuell geplant und präzise gefertigt.

Für unsere Kundinnen und Kunden bedeutet das: ein Möbelstück mit nachvollziehbarer Herkunft, kurzen Wegen und echter Handwerksqualität.

Ein Blick hinter die Kulissen

In einem Interview mit dem zuständigen Forstwart erhalten Sie spannende Einblicke in die nachhaltige Bewirtschaftung des Waldes. Das Gespräch zeigt, wie wichtig eine enge Zusammenarbeit zwischen Forst und Handwerk ist.

Gespräch über Herkunft und nachhaltige Bewirtschaftung des Eichenholzes


Interview zwischen Herrn Kyburz (Interviewer) und Herrn Lack (Förster)

Herr Kyburz:
Herr Lack, wir haben kürzlich Eichenholz aus dem lokalen Wald in der Region Basel bezogen. Uns interessiert, wie dieser Wald bewirtschaftet wird und wie er als System funktioniert.

Herr Lack:
Der Wald wird im Sinne einer ökologischen und nachhaltigen Waldbewirtschaftung langfristig und sehr bewusst gepflegt. Wir denken hier nicht in Jahren, sondern in Generationen. Eine Eiche, die heute genutzt wird, wurde oft vor 120 bis 150 Jahren gepflanzt oder hat sich durch natürliche Waldverjüngung entwickelt. Unsere Aufgabe ist es, den Wald so zu führen, dass er als stabiles Waldökosystem erhalten bleibt und gleichzeitig hochwertiges, nachhaltig gewonnenes Holz liefert.

Herr Kyburz:
Wie funktioniert der Wald als Ökosystem konkret?

Herr Lack:
Der Wald ist ein fein abgestimmtes Zusammenspiel aus Boden, Wasser, Klima, Pflanzen und Tieren – ein komplexes Waldökosystem, das wir durch naturnahe Waldbewirtschaftung schützen. Besonders wichtig ist der Waldboden: Er speichert Wasser und Nährstoffe und bildet die Grundlage für gesundes Wachstum sowie für die Biodiversität im Wald. Wir setzen bewusst auf natürliche Verjüngung, um die Anpassungsfähigkeit des Waldes zu stärken.

Herr Kyburz:
Wie greifen Sie als Förster in dieses System ein?

Herr Lack:
Unsere Eingriffe sind gezielt und zurückhaltend – ganz im Sinne einer umweltfreundlichen Forstwirtschaft. Wir arbeiten mit Einzelstammentnahmen statt Kahlschlägen. Diese bodenschonende Waldarbeit schafft Licht und Raum für junge Bäume und unterstützt den Aufbau eines stabilen Mischwaldes statt Monokulturen.

Herr Kyburz:
Die Eiche spielt dabei offenbar eine besondere Rolle.

Herr Lack:
Ja, die Eiche ist eine Schlüsselbaumart für eine zukunftsfähige, klimaangepasste Forstwirtschaft. Sie ist widerstandsfähig gegenüber Trockenheit und Hitze, wächst langsam und entwickelt dadurch eine besonders hohe Holzqualität. In der ökologischen Forstwirtschaft wird sie deshalb gezielt gefördert und sehr lange im Bestand belassen.

Herr Kyburz:
Welche Bedeutung hat die Nutzung des Holzes aus Ihrer Sicht?

Herr Lack:
Nachhaltige Holznutzung ist dann sinnvoll, wenn sie verantwortungsvoll erfolgt. Besonders wichtig ist die regionale Holzwirtschaft und die Verwendung des Holzes in langlebigen Produkten, etwa im Möbel- oder Holzbau. So bleibt der im Holz gespeicherte Kohlenstoff langfristig gebunden – ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz durch den Wald.

Herr Kyburz:
Welche Herausforderungen sehen Sie für den Wald in Zukunft?

Herr Lack:
Der Klimawandel bringt Trockenperioden und Extremwetter. Unser Ziel ist ein ökologisch stabiler, artenreicher Mischwald, der durch nachhaltige Waldbewirtschaftung widerstandsfähig bleibt und auch kommenden Generationen hochwertiges, regionales Holz aus verantwortungsvoller Forstwirtschaft liefern kann.

Herr Kyburz:
Herzlichen Dank für das Interview.


Mit dem direkten Holzeinkauf aus dem Allschwiler Wald gehen wir bewusst einen nachhaltigen und transparenten Weg. Für Möbel mit Herkunft. Für Qualität mit Bestand. Und für eine regionale Wertschöpfung, die man sehen – und fühlen – kann.


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